USA-Roadtrip: Mit dem Camper durch die Westküste

5.000 km in 17 Tagen – von San Francisco (CA) bis zum Arches National Park (UT) und wieder zurück

Einfach in den Camper setzen, losfahren und überall da anhalten, wo man gerade möchte… Es gibt nichts was sich für uns mehr nach Freiheit anfühlt, als das. Deshalb haben wir uns für 2 Wochen einen Camper in den USA gemietet und genau das gemacht – einen USA-Roadtrip quer durch den Westen. In diesem Blogpost stellen wir dir unsere Route und unsere Highlights vor. Schon mal eins vor weg – wir waren mehr als begeistert und nicht nur einmal einfach sprachlos – und wir sind uns sicher, dir wird es genauso gehen.

Unsere Route:

A) San Francisco (CA) ↠ B) Yosemite National Park (CA) ↠ C) Sequoia National Park (CA) ↠ D) Death Valley (CA) ↠ E) Las Vegas (NV) ↠ F) Valley of Fire (NV) ↠ G) Zion National Park (UT) ↠ H) Bryce Canyon (UT) ↠ A) Horseshoe Bend & Antelope Canyon (AZ) ↠ B) Grand Canyon (AZ) ↠ C) Monument Valley (AZ/UT) ↠ D) Arches National Park (UT) ↠ and back to E) Las Vegas (NV) ↠ F) San Francisco (CA)

San Francisco

Wir starteten unseren USA-Roadtrip in San Francisco (CA). Während Stev bereits 3x dort war, ist es für Tina die erste Begegnung mit der Stadt der 42 Hügel – ja genau, es sind wirklich sehr viele Hügel 😀

Blick auf San Francisco von der Golden Gate Bridge
Blick auf San Francisco von der Golden Gate Bridge

Wir haben uns für die ersten beiden Nächte das Motel Travellodge by Windham by Fisherman’s Wharf* gebucht. Dort wurden wir sehr herzlich empfangen und konnten uns nach dem langen Flug erst einmal ausruhen, um dann ausgeschlafen und voller Energie in den ersten richtigen Tag unserer Reise zu starten. Die letzte Nacht nach unserem USA-Roadtrip haben wir im The Grant Hotel* in der Nähe des Union Squares verbracht. Auch hier haben wir uns wohl gefühlt. Den letzten Abend konnten wir so nochmal mitten im Getümmel verbringen 🙂

Tipp: Wenn du eine Unterkunft suchst, die zentral gelegen ist und dennoch preisgünstig, bist du hier richtig. Du solltest wissen, dass San Francisco nicht gerade die günstigste Stadt ist. Trotzdem lässt sich gerade bei der Unterkunft einiges an Geld sparen, wenn man – wie wir – keinen großen Wert auf Luxushotels legt.

Wenn du mehr Budget zur Verfügung hast, können wir dir auch diese Unterkünfte empfehlen:

  • Argonaut Hotel* im Stadtteil Fisherman’s Wharf. Hier bist du quasi direkt am Meer und hast aus deinem Zimmer einen tollen Ausblick auf die Bucht von San Fransisco
  • Hotel Zelos* direkt am Union Square. Also genau richtig, wenn du am liebsten direkt mitten im Geschehen bist

Wir sind von der ersten Sekunde an begeistert, von dieser lebhaften, charmanten Stadt. San Francisco ist so bunt und vielseitig, dass man wahrscheinlich locker eine ganze Woche hier verbringen könnte, ohne dass einem auch nur eine Sekunde langweilig wird. Wenn du aber wie wir insgesamt auch nur 2,5 Tage Zeit hast (wir waren nach unserer Rundreise nochmal für eine Nacht hier), dann solltest du diese Highlights auf keinen Fall verpassen:

Unterwegs in den Straßen von San Francisco, zwischen den Cable Car Gleisen
San Francisco
  • Cable Car: Du kannst einfach nur zu sehen, wie die traditionellen Cable Cars an den Endstationen per Hand gedreht werden, um die Strecke wieder zurückzufahren. Oder du stellst dich auf das Trittbrett des Cable Cars, hältst dich an der Stange fest und fährst damit einmal durch die Stadt, z.B. von North Beach zur Powell Street. Das macht super viel Spaß und du gewinnst gleich einen guten Eindruck von der Stadt. Eine Fahrt kostet inzwischen allerdings 7$, aber wir sind der Meinung DAS LOHNT SICH!
  • Lombard Street: Sie ist die bekannteste Straße der ganzen Stadt und die wohl kurvigste der Welt. Die besten Fotos kannst du vom oberen Ende der Straße machen. Wenn du möchtest kannst du die Straße auch entlang laufen und genauer bestaunen.
  • Pier 1 bis Aquatic Park Pier: Hier kannst du gemütlich entlang schlendern, dem bunten Treiben der Stadt zusehen und den Seelöwen einen kleinen Besuch abstatten. Wir hätten hier noch stundenlang stehen können, um den lustigen Tieren beim Spielen und den ein oder anderen Machtkämpfen zu zusehen.
  • China Town: Ist man einmal durch das Eingangstor von Chinatown gelaufen, ist man in einer komplett anderen Welt. Hier fühlt man sich, als wäre man tatsächlich mal kurz nach China geflogen. Wer die asiatische Küche mag, ist hier richtig. Gutes Sushi, das sogar in kleinen Booten angefahren kommt, gibt es im Floating Sushi Boat.
  • Union Square: Das Zentrum der Stadt ist lebhaft und bunt. Hier findest du alles, was das Herz begehrt von Shoppingmeilen über Cafés, Restaurants und Bars bis hin zu tollen Straßenkünstlern.
  • Alcatraz: Eine 8,5 Hektar große Insel, die durch das berüchtigte Hochsicherheitsgefängnis bekannt ist. Wenn du etwas über die Geschichte erfahren willst und Alcatraz besichtigen willst, buche dein Ticket rechtzeitig im voraus. Wir konnten kurzfristig leider keines mehr ergattern.
  • Golden Gate Bridge: Das Wahrzeichen San Franciscos – Wir sind in den Genuss gekommen die Brücke im strahlenden Sonnenschein bewundern zu können und waren sogar gleich 2x dort – einmal direkt am Abend, weil Tina es kaum erwarten konnte die Brücke in ihrer vollen Pracht zu sehen. Und am nächsten Morgen gleich nochmal, da wir abends festgestellt hatten, dass morgens das Licht für Fotos deutlich besser ist. Außerdem war morgens viel weniger los uuuuuuuund… wir hatten das große Glück mehrere Delfine und 2 Wale direkt vor uns beobachten zu können – das war wirklich ein magischer Moment ♡

Nachdem wir wunderschöne Fotos gemacht hatten, ging es für uns zurück zum Hotel. Auf dem Weg haben wir uns noch eine Simkarte von AT&T mit 8GB Datenvolumen gekauft, da wir nicht immer auf einem Campground inkl. WLAN übernachteten. So konnten wir während der Reise unsere weitere Route planen und hatten außerdem Googlemaps als Navigationssystem. So war zumindest der Plan. Wir mussten während unseres Roadtrips jedoch immer wieder feststellen, dass T-Mobile wohl die bessere Wahl gewesen wäre, da gab es deutlich häufiger Empfang.

Mittags wurden wir dann von einem Shuttle abgeholt, der uns zu unserem Wohnmobil von El Monte RV alias „zu Hause für die nächsten 2 Wochen“ brachte. Wir haben unser RV online über die Plattform CU Camper gebucht. Das ist super easy und zudem noch richtig günstig, die Seite können wir euch wirklich empfehlen.

Nachdem wir unser zu Hause auf Rädern bezogen haben, steuerten wir direkt den nächsten Walmart an, um unseren Kühlschrank zu füllen und uns mit Grundnahrungsmitteln, Frühstück und vor allem Getränken auszustatten.

Und dann ging es endlich los – unser USA-Roadtrip kann beginnen *Juhuuuu*

USA-Roadtrip Stop #1 – Yosemite National Park

Von San Francisco aus sind wir entlang wunderschöner Landschaften direkt zum Yosemite National Park gefahren. Schon während der Fahrt dorthin haben wir einige Male angehalten, um die atemberaubenden Aussichten zu genießen.

Dort angekommen statten wir uns zuerst mit einen National Park annual pass aus – wir finden das ist ein MUST-HAVE für jeden USA-Roadtrip. Dieser kostet 80,00$ und bietet 1 Jahr lang Eintritt in fast alle National Parks der USA.

Obwohl es bereits Anfang April war, lag auf den Bergen des Yosemite National Parks teilweise noch Schnee. Leider waren deshalb einige Wanderwege gesperrt. Dies hielt uns aber nicht weiter auf. Wir entschieden uns den Lower Yosemite Falls Trailhead entlang zu wandern. Auf dem Weg dorthin hat man immer wieder schöne Aussichten auf den Half Dome – der bekannteste Spot im Yosemite National Park. Nach gut 2 Stunden bergauf haben wir es geschafft. Wir sind am Fuße des Lower Falls angekommen. Der Wasserfall war atemberaubend <3 Da unten noch Schnee lag, sah das herabrauschende Wasser durch die Fallgeschwindigkeit aus, als würde eine Schneelawine herunterrauschen.

USA-Roadtrip - Blick auf den Half Dome im Yosemite National Park, Kalifornien
Blick auf den Half Dome
USA-Roadtrip - Lower Yosemite Falls, Wasserfall im Yosemite National Park
Lower Yosemite Falls

Tipp: früh morgens aufstehen lohnt sich, weil es dann überall noch ruhig und menschenleer ist. So könnt ihr alles in Ruhe genießen. Wir hatten das Glück in der Vorsaison on the Road zu sein, somit war es meistens auch später nicht überlaufen.

Wenn du den Roadtrip lieber mit einem Mietwagen, als einem Wohnmobil machen willst, ist es am besten eine Unterkunft vor den Toren der National Parks zu suchen. Erstens gibt es mehr Auswahl und zweitens sind diese auch deutlich günstiger (Für 1 Nacht direkt im National Park zahlst du durchaus 700 EUR und mehr). Eine gute Wahl ist zum Beispiel das Comfort Inn Yosemite Area*. Von hier aus fährst du noch ca. 75 Minuten zum Besucherzentrum des Yosemite NPs. Wenn du Ferienhäuser vorziehst können wir das Ferienhaus Papillon Cellars – The Nest* empfehlen.

USA-Roadtrip Stop #2 – Sequoia National Park

Auf dem Weg zum Sequoia National Park verbrachten wir die 2. Nacht im Wohnmobil auf einem Campingplatz mitten im Grünen auf dem Horse Creek Campground direkt am Lake Kaweah. Da die Roadtrip-Saison erst im Mai beginnt, waren außer uns nur noch 2 andere Roadtripper auf dem gesamten Campingplatz, wir konnten unseren Platz also frei wählen – einfach der Hammer 🙂

USA-Roadtrip - Campingplatz im Grünen - Horse Creek Campground
Horse Creek Campground

Ausgeruht und voller Vorfreude machten wir uns am nächsten morgen früh auf den Weg. Am Ash Mountain Entrance angekommen, mussten wir dann leider feststellen, dass dieser Eingang nicht für Camper zugelassen ist, da die Straßen zu eng werden. So wurden wir vom Park Personal freundlich gebeten umzudrehen und den Big Stump Entrance am King’s National Park weiter nördlich zu benutzen. Das stand so gar nicht auf unserem Plan, aber so ist das, wenn man neue Orte entdecken will – da läuft es oft ganz anders als geplant 😉 Da wir Sequoia und vor allem die Mammutbäume auf keinen Fall verpassen wollten, sind wir kurzer Hand umgedreht und nochmal ein Stück zurückgefahren. Informiere dich also am besten vorher, welche Eingänge du benutzen kannst, wenn du mit einem Wohnmobil unterwegs bist.

Auch dort lag Schnee, sogar noch mehr als im Yosemite National Park, weshalb auch hier noch viele Routen gesperrt waren. Wir waren aber allein schon beim Durchfahren, vorbei an riesigen Mammutbäumen so begeistert, dass unsere Münder vor lauter Staunen gar nicht mehr zugehen wollten. Die Sequoia-Bäume werden bis zu 115m hoch. Daneben kommen wir uns winzig klein vor. Läuft man vom Visitor Center aus ein paar Minuten bergabwärts gelangt man zum General Sherman dem größten Baum der Welt (gemessen am Volumen). Er ist zwar „nur“ 83m hoch, der Stamm misst allerdings einen unglaublichen Durchmesser von 11m – wir haben vorher noch nie einen auch nur annähernd so großen Baum gesehen.

Tipps für Unterkünfte, wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist:

USA-Roadtrip Stop #3 – Death Valley

Am Abend sind wir dann zum Death Valley gefahren, womit wir wohlgemerkt immer noch in Kalifornien unterwegs sind. Wir wussten zwar, dass der Bundesstaat groß ist, aber sooo groß – das war uns vorher nicht ganz klar. Auf Death Valley haben wir uns schon die ganze Zeit sehr gefreut – das war definitiv ein Highlight auf unserem USA-Roadtrip 😀

Tipp: Wenn du Death Valley auf deiner Route hast, kläre vorher mit dem Camper-/Mietwagenverleih, ob du überhaupt reinfahren darfst. Wegen der extrem hohen Temperaturen (im Sommer teilweise über 50°C), ist es von ca. Mitte Mai bis Mitte September oft nicht erlaubt mit dem Mietwagen/-Camper durch das Death Valley zu fahren, da hier die Gefahr besteht, dass die Technik des Autos/Campers versagt bzw. die Reifen platzen.

Je mehr wir uns dem Death Valley näherten, desto klarer wurde uns, woher das Tal seinen Namen hat – die Landschaft wurde von Meile zu Meile karger und Pflanzen ärmer, die Landschaft war wie ausgestorben. Wobei, so ganz richtig ist das auch nicht. Glaubt man der Legende, durchquerte eine Gruppe von Pionieren im Winter 1849-1850 das Tal auf dem Weg zu den Kalifornischen Goldfeldern. Auf dem Weg durchlebten sie Todesängste, auch wenn am Ende nur ein Mitglied der Gruppe den Marsch nicht überlebte. Als der Rest der Gruppe das Tal verließ drehten sie sich noch ein letztes Mal um und sagten „Goodbye Death Valley“. Die Gruppe ging, der Name aber blieb.

Wenn auch du dir den heißesten, trockensten und tiefsten National Park nicht entgehen lassen willst, solltest du auf jeden Fall genug Zeit für diese Spots einplanen:

  • Zabriskie Point – von hier aus hast du einen atemberaubenden Ausblick über eine ockergelb-gold leuchtende Hügellandschaft
  • Mesquite Flat Sand dunes – eine atemberaubende Wüstenlandschaft
  • Badwater basin – tiefster Punkt der USA, -86m unterhalb des Meeresspiegels
USA-Roadtrip - Aussicht vom Zabriskie Point im Death Valley, Kalifornien
Zabriskie Point
USA-Roadtrip - Sanddünen Mesquite Flat Sand dunes im Death Valley, Kalifornien
Mesquite Flat Sand dunes
USA-Roadtrip -Wanderund im Badwater Basin im Death Valley, Kalifornien
Badwater basin

Wir waren mehr als begeistert und hätten definitiv auch länger als 1,5 Tage dort verbringen können 🙂

Übrigens: Wusstest du, dass das Death Valley der größte National Park der USA ist? Er erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 13.628 km².

USA-Roadtrip Stop #4 – Las Vegas

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen eine Nacht auf dem Strip zu verbringen. Dazu verlassen wir dann auch tatsächlich Kalifornien und erreichen den 2. Bundesstaat auf unserem USA-Roadtrip – Nevada.

Wir haben den Camper auf dem Circus Circus RV Park direkt am Strip geparkt und sind losgezogen.

Dort angekommen, fühlten wir uns wie in einem riesigen Freizeitpark. Alles ist größer, bunter, leuchtender und lauter. Man ist innerhalb weniger Minuten in Venedig, Paris und New York, kann Achterbahn fahren und trifft im nächsten Moment auf frisch verheiratete Brautpaare. Wer auf der Suche nach einer großen Party ist, ist hier genauso richtig, wie jemand der sein Glück in einem der gigantischen Casinos versuchen möchte. Hier war das Glück leider nicht auf unsere Seite, wir haben ganze 10$ verzockt 😀 Aber wie sagt man so schön Pech im Spiel, Glück in der Liebe ♡

Was du dir auf keinen Fall entgehen lassen darfst, sind die Wasserspiele vor dem Bellagio Hotel. Auch wenn diese ein Touristenmagnet sind, sind sie einfach wunderschön anzusehen. Und was ist in Las Vegas schon kein Touristenmagnet…

Auf das typische „Touri-Foto“ vor dem berühmten Las Vegas Sign haben wir dann aber doch verzichtet. Hier reihen sich unglaubliche Menschenschlangen an, sodass man locker 30min. oder mehr dafür anstehen müsste.

USA-Roadtrip Stop #5 – Valley of Fire

Am nächsten Morgen ging unser Roadtrip weiter, raus aus der Wüstenstadt, rein in die weite Natur.

Der Valley of Fire National Park ist im Verhältnis zu den vorherigen relativ klein, aber deswegen kein bisschen weniger faszinierend. Hier gilt der National Park annual pass leider nicht, der Eintritt kostet pro Fahrzeug 10$ extra – das ist er aber auf jeden Fall wert.

Da es bereits Nachmittag war, steuerten wir direkt das Highlight, die Fire Wave an. Wir fuhren vorbei an tiefroten Felsen, die einer Flammenwand gleichen oder sich zu Beehives auftürmten, bis zum Parkplatz #3 (Achtung, die Nummern sind ein bisschen versteckt). Von dort aus kommen wir über eine kleine Wanderung zur Fire Wave. Den Weg kann man kaum verfehlen, da er gut ausgeschildert ist und durch die vielen Besucher schon ein kleiner Trampelpfad entstanden ist. Die Steinformationen sind atemberaubend, du findest rot-weiß gestreifte Felsen wohin das Auge reicht. Es sieht aus, als würden die Felsen aus unzähligen verschiedenfarbigen Schichten bestehen. Diese leuchten am schönsten am späten Nachmittag bzw. am Abend, wenn die Sonne schon etwas tiefer steht.

USA-Roadtrip vorbei an den roten Felswänden im Valley of Fire State Park
Valley of Fire State Park
Wanderung zur Fire Wave kurz vor Sonnenuntergang im Valley of Fire State Park
Fire Wave kurz vor Sonnenuntergang

Neben der kleinen Wanderung zur Fire Wave gibt es noch weitere tolle Wandermöglichkeiten und Aussichtspunkte die du dir nicht entgehen lassen darfst, wenn du genügend Zeit mitbringst:

  • White Domes Loop
  • Rainbow Vista
  • Elephant Loop

Es gibt also auch hier einiges zu sehen.

USA-Roadtrip Stop #6 – Zion National Park

Vor es für uns am nächsten morgen früh weiterging zum Zion National Park – dem ältesten National Park Utahs – übernachteten wir mitten im nirgendwo, umgeben von nichts als Natur und Wildnis. Es ist einfach immer wieder ein tolles Abenteuer.

Im Zion National Park angekommen, wagten wir uns an den Angels Landing Trail, eine Wanderung auf einer bis zu 1763m hohen Felsformation. Die Wanderung erstreckt sich über 450 Höhenmeter und ist teilweise ziemlich steil. Vor allem das letzte Drittel zeichnet sich durch sehr schmale Wege entlang des Bergkamms aus. Hier sind auch unsere Kletterkünste gefragt. Deshalb solltest du also auf jeden Fall feste Schuhe anziehen, trittfest und schwindelfrei sein. An einigen Stellen geht es nämlich gut 500m senkrecht in die Tiefe des Canyons.

Vor der letzte, sehr schmale und steile Teil beginnt, ist ein kleiner Rastplatz, an dem man sich mit einem mitgebrachten Müsliriegel oder Sandwich stärken und ein bisschen ausruhen kann. Aber Achtung, hier tummeln sich viele kleine, freche Streifenhörnchen, die dir dein Essen streitig machen, wenn du nicht aufpasst 😀

Die Anstrengungen bis zum Ende des Trails zu klettern lohnen sich, der Ausblick über den Canyon ist einfach atemberaubend. Wir saßen eine ganze Weile dort oben ziemlich weit vorne – aber so, dass es noch sicher war – und haben die Aussicht über den Graben genossen.

USA-Roadtrip - Wanderung entlang des Angels Landing Trails und Aussicht über den Zion National Park
Angels Landing Trail – Aussicht über den Zion National Park

USA-Roadtrip Stop #7 – Bryce Canyon

Unser nächstes Ziel war der Bryce Canyon, der National Park der orange-rot gefärbten Felsen und vor allem der Hoodoos (turmförmige Felsformationen, die durch Erosion entstehen) – du findest dort die weltweit größte Hoodoos Dichte. Ein einzelner Hoodoo wird bis zu 60m hoch.

Genaugenommen ist der Bryce Canyon gar kein Canyon per Definition, sondern eine Ansammlung unzähliger Amphitheater voller Hoodoos – wirklich beeindruckend.

USA-Roadtrip - Unzählige organe-rot leuchtende Hoodoos im Bryce Canyon
Unzählige Hoodoos im Bryce Canyon

Da der National Park auf 2.400-2.700m über dem Meeresspiegel liegt, ist es im April noch ziemlich kalt. So fanden wir den Canyon noch verschneit vor. Der weiße Schnee brachte die rötlichen Steine noch mehr zum Leuchten, der Kontrast war wunderschön. Allerdings konnten wir wegen der frostigen Temperaturen nicht direkt im Bryce Canyon campen und mussten so noch am selben Nachmittag weiterfahren auf der Route 89 in Richtung Page (AZ) bzw. dem Lake Powell – ebenfalls ein Meisterwerk der Natur und absolut sehenswert.

Life is a World Trip mit Blick über das Amphitheater im Bryce Canyon
Blick über das größte Amphitheater im Bryce Canyon

USA-Roadtrip Stop #8 – Horseshoe Bend & Antelope Canyon

In direkter Nähe zu Page zieht der Colorado River eine kleine Schleife, was den ca. 300m hohen Felsen innerhalb der Schleife zu einem Horseshoe (Pferdefuß) formt. Genau dort fuhren wir am nächsten Morgen direkt nach dem Aufstehen hin. Vom Parkplatz aus sind es noch ca. 10 Minuten (600m) zu Fuß, das hört sich zwar nicht weit an, nehmt aber trotzdem genug Wasser mit, da es dort nichts zu kaufen gibt. Dort angekommen haben wir erstmal bei einem atemberaubenden Ausblick gefrühstückt 🙂 Der war so schön, dass wir noch Stunden dort verbringen hätten können.

Tipp: Früh hinfahren lohnt sich, denn bereits ab 10.00 Uhr wird es nicht nur voll, sondern auch richtig heiß. Dort oben gibt es kaum Schatten.

USA-Roadtrip - Toller Blick bei Sonnenschein auf den Horseshoe Bend, Arizona
Horseshoe Bend

Mittags stand für uns dann noch der Antelope Canyon auf dem Plan. Ja genau, Mittag. Es wird zwar heiß, allerdings ist es im Canyon relativ schattig und es ist der einzige Zeitpunkt an dem man die Chance hat die magischen Lightbeams zu erleben. Durch die hochstehende Sonne hat man perfektes Licht für einzigartige Bilder. Die Touren zur Mittagszeit (PrimeTime) sind etwas teurer, lohnen sich aber wegen dem Licht auf jeden Fall.

Der Antelope Canyon ist für uns ein Must-See auf einer Rundreise durch den Westen der USA. Er wirkt mit seinen einzigartigen Formen einfach unbeschreiblich schön, ein bisschen surreal und ein ist echtes Wunderwerk der Natur. Da man den Canyon leider nur mit einem Navajo Tourguide besichtigen kann, haben wir unsere Tour ein paar Tage vorher online gebucht.

Es gibt einen Upper und einen Lower Canyon. Beide haben ihre Vorzüge, wir haben uns für den Upper Canyon entschieden. Hier ist zwar ein größerer Touristenandrang, da der Einstieg deutlich leichter ist, aber man hat hier eine viel höhere Chance Lightbeams bestaunen zu können.

Tipp: bucht die Tour rechtzeitig im Voraus, denn vor allem in der Hauptsaison sind die Touren schon Wochen vorher ausgebucht, vor allem zur PrimeTime.

USA-Roadtrip Stop #9 – Grand Canyon

Da wir unseren USA-Roadtrip bereits zu Frühlingsbeginn starteten, waren die höheren Lagen teilweise noch mit Schnee bedeckt und wir konnten nicht alle Wege befahren. So konnten wir leider nicht zum North Rim des Grand Canyons fahren, sondern mussten ein Stück weiter zum South Rim. Der South Rim ist mindestens genauso schön, wie der North Rim, waren für uns aber nochmal ein paar Meilen mehr zu fahren. Vor wir durch das Gate fuhren, übernachteten wir wieder auf einem free Campground, dem Old 64 Dispersed Camping, mitten im Wald. Außer uns war niemand da. Irgendwie ein bisschen gruselig, oder? Ein bisschen vielleicht, aber es ist auch unglaublich schön und entspannend ein paar Stunden totale Ruhe genießen zu können 🙂

USA-Roadtrip - Camper kurz vor dem Grand Canyon am Campingplatz
Old 64 Dispersed Camping

Am nächsten Morgen ging es für uns sehr früh los. Wir wollten die Sonne über dem Grand Canyon aufgehen sehen. Unser Wecker klingelte um 4:30 Uhr, denn die Sonne geht im April kurz nach sechs auf und wir mussten bis zum Mather Point noch ein Stück fahren.

Aber das frühe Aufstehen hat sich sowas von gelohnt. Die Sonne direkt über dem Grand Canyon aufgehen zu sehen war einfach atemberaubend. In solchen Momenten vergisst man einfach alles um sich herum.

Sonnenaufgang über Grand Canyon south-rim
Sonnenaufgang über dem Grand Canyon

Danach haben wir uns in unserem Camper nochmal ein bisschen hingelegt und anschließend in aller Ruhe gefrühstückt. Ausgeruht und gut gestärkt sind wir dann noch ein Stück den South Rim entlang gelaufen. Die Aussichten über den Canyon sind faszinierend, es ist immer wieder schön zu sehen was die Natur alles zaubern kann. Während unserer kleinen Wanderung haben wir auch einige Bekanntschaften mit den dort lebenden Elchen gemacht. Wenn man direkt vor Ihnen steht, wirken die Tiere echt riesig 😉 Da die Elche des Grand Canyon an Touristen gewöhnt sind, sind sie relativ zahm und verhalten sich ruhig. Füttern oder anfassen sollte man die Tiere dennoch nicht, denn sie sind und bleiben wilde Tiere.

Entlang des South Rims fahren überall Shuttle-Busse, die im Eintrittspreis inbegriffen sind und somit nichts extra kosten. Mit einem dieser Shuttlebusse sind wir zu unserem Camper zurückgefahren, so konnten wir ein weiter laufen und mehr von dem riesigen Graben sehen.

USA-Roadtrip Stop #10 – Monument Valley

Unser vorletzter Stop führte uns zum Monument Valley National Park. Hier kamen wir am Abend an und hatten dort auch einen der schönsten Campingplätze während unseres gesamten USA-Roadtrips. Wir übernachteten mitten im National Park auf dem „The View Campground“ mit einem atemberaubenden Blick auf die East and West Mitten and Merrick Buttes, die Wahrzeichen des Nationalparks. Wir hatten Glück und sind noch rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang angekommen, sodass wir diese riesigen Klötze in schönstem Licht bewundern konnten.

Um sicher zu gehen, dass wir für die Nacht die beste Aussicht haben, haben wir den Stellplatz sogar bereits ein paar Tage vorher gebucht. Im Nachhinein stellte sich raus, dass es für unseren Reisezeitraum nicht notwendig war (außer uns waren noch 2 weitere RVs hier).

Tipp: Wenn du zur Hauptsaison unterwegs bist und definitiv mit Blick auf die Monumente einschlafen willst, ist es auf jeden Fall besser rechtzeitig vorher zu reservieren. Aber Achtung, das ist nicht auf allen Campingplätzen möglich, oft gilt die Regel „First come, first serve“.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Visitor Center. Von dort aus startet der Scenic Drive, eine Off-Road Straße entlang der unzähligen Felsformationen. Was wir bis dahin nicht wussten – man darf den Scenic Drive nicht mit einem RV befahren, da die Straßen nicht befestigt und teilweise sehr schmal sind 🙁

Es gibt vor Ort die Möglichkeit verschiedene Off-Road Touren mit den Navajos zu buchen. Diese sind allerdings unserer Meinung nach ziemlich überteuert. So kostet beispielsweise eine 1,5 stündige Tour auf dem Scenic Drive 60$ pro Person! Eine Tagestour kostet sogar 150$ pro Person!

Wir haben uns dagegen entschieden und einfach noch ein bisschen den Ausblick genossen. Man kann natürlich auch verschiedene Wanderungen machen, allerdings war es an diesem Tag sehr windig, weshalb wir auch darauf verzichtet haben.

Life is a World Trip im Monument Valley mit Blick auf die 3 Monuments
Monument Valley – Blick auf die East and West Mitten and Merrick Buttes

USA-Roadtrip Stop #11 – Arches National Park

Vor es für uns wieder Richtung San Francisco ging, stand noch der Arches National Park auf unserem Plan. Wir setzten uns also wieder in unser zu Hause auf Rädern und fuhren knapp 160 Meilen nach Norden. Dort angekommen wurden wir von über 2.000 roten Sandsteinbögen empfangen. Wir waren wieder einmal schwer beeindruckt von der vielseitigen, faszinierenden Wunderwelt der Natur. Neben unzähligen Bögen kann man auch einige Türme und balancierende Felsen bestaunen.

Unser Ziel war das „Delicate Arch“, das Wahrzeichen des Arches National Parks. Auf dem Weg dorthin machten wir einige Zwischenstopps. Der Arches National Park ist sehr gut mit dem Wohnmobil befahrbar, was für uns eine echte Erleichterung war, nach dem Morgen im Monument Valley. Wir fuhren bis zum Balanced Rock immer geradeaus der Straße entlang, dort hielten wir dann um ein paar Fotos zu machen. Währenddessen haben wir uns mehrmals gefragt wie 1. der große Steinbrocken auf so einen hohen, schmalen Felsen gekommen ist bzw. liegen bleiben konnte ohne runter zufallen und 2. wie lange es wohl noch dauern wird, bis die Kugel zu rollen beginnt. Nachdem uns keine sinnvolle Antwort eingefallen ist, sind wir noch ein Stück weiter gefahren, um dann zu Fuß das eindrucksvolle Double Arch zu bestaunen – ein toller Fotospot.

Da es zwischenzeitlich schon ziemlich spät geworden ist, sind wir zum Wolfe Ranch Parkplatz gefahren. Von dort aus führte uns eine 1,5 stündige Wanderung zum Delicate Arch. Wow – das ist wirklich beeindruckend – ein riesiger Bogen in mitten einer weitläufigen, freien Fläche.

Da der Wind jetzt wirklich richtig stark geworden ist – wir konnten kaum mehr stehen – sind wir im (zumindest ein bisschen) windgeschützten Bereich, hinter der Felswand geblieben und nicht ganz bis unter den Bogen gelaufen.

USA-Roadtrip - Life is a World Trip am Delicate Arch im Arches National Park
Delicate Arch

Nach der ziemlich stürmischen Wanderung hatten wir einen Bääärenhunger. Und was isst man in den USA, wenn man wirklich hungrig ist? Burger – was auch sonst. So führte uns unser nächster Weg nach Moab zum „The Spoke on Center“. Die Burger hier waren wirklich lecker, können wir also sehr empfehlen.

Voller neuer Eindrücke, mit einem breiten, glücklichen Grinsen im Gesicht und einem vollen Magen sind wir dann todmüde in unserem Camper ins Bett gefallen.

Rückfahrt nach San Francisco

Am nächsten Morgen ging es für uns nochmal früh raus, denn wir hatten ca. 1.000 Meilen (1.600 km) vor uns. Diese wollten wir in insgesamt 2 Tagen zurücklegen. Unser eigentlicher Plan war über den Norden (I-80 à Salt Lake City – Sacramento) zurückzufahren. Wir wurden aber MITTEN IM APRIL von einem Schneesturm überrascht, sodass wir diese Route nicht nehmen konnten. Also sind wir wieder über die I-15 nahezu den gleichen Weg zurückgefahren, den wir bis hierhin gefahren sind. Während wir den ersten Tag komplett durchgefahren sind (gezwungener Maßen – unser Wohnmobil und wir waren nicht auf den Wintereinbruch vorbereitet), haben wir uns am 2. Tag eine etwas längere Pause in Las Vegas im Las Vegas North Premium Outlet gegönnt – eine Shopping Tour in den USA darf natürlich auf keinen Fall fehlen.

Danach genossen wir die letzte Nacht in unserem zu Hause auf Rädern und ließen unseren USA-Roadtrip durch dir Westküste Revue passieren. Wir waren sehr beeindruckt von der Vielfältigkeit und Schönheit der Natur und eines ist sicher – wir werden wieder kommen. In 2,5 Wochen haben wir unglaublich viel erlebt und gesehen, aber einige Orte wollen wir noch weiter erkunden.

Kosten für 17 Tage USA Westküsten Roadtrip

Wir waren insgesamt 17 Tage in den USA, davon 3 Tage in San Francisco und 14 Tage on the Road. Die nachfolgenden Kosten gelten jeweils für uns beide zusammen.

  • Flug MUC-SFO-MUC: 740 EUR (2x 370 EUR)
  • Hotels in San Francisco: 337 USD (ca. 300 EUR)
  • Camper: 1.188 EUR (für 2 Wochen)
  • Campgrounds: 204 USD (ca. 187 EUR)
  • Tanken: 717 USD (ca. 644 EUR)
  • National Park annual pass: 80 USD (ca. 72 EUR)
  • Verpflegung: 907 USD (ca. 847 EUR)
  • Sim-Karte: 58 USD (ca. 52 EUR)
  • Eintritte/geführte Touren: 210 USD (ca. 190 EUR)
  • Total: 4.220 EUR

Wir haben also für 17 Tage USA-Roadtrip insgesamt 4.220 EUR ausgegeben, das sind 2.110 EUR pro Person. Sicher kann der Preis deiner Reise ein anderer sein, je nachdem wie du reist und auf was du viel Wert legst. Wir hatten einen ziemlich günstigen Flug und auch für die Hotels in San Francisco haben wir für die Verhältnisse dort relativ wenig ausgegeben. Da wir ca. jede 2. Nacht auf einem free Campground übernachtet haben, hatten wir auch für Campingplätze sehr geringe Ausgaben. Bei über 5.000 km Fahrt kommt jedoch einiges an Tankkosten zusammen. Und wie man sieht haben wir bei der Verpflegung nicht gespart. Für uns gehört gutes Essen einfach zum Reisen dazu. Wobei wir während unseres Roadtrips fast immer selbst gekocht haben.

FAZIT: Ein USA-Roadtrip ist sicher nicht die günstigste Reise, aber wenn du einen guten Flug ergatterst und nicht jede Nacht einen vollausgestatten Campingplatz brauchst, kannst du einiges sparen und das Erlebnis ist auf jeden Fall seinen Preis wert 🙂

Bist du bereit für deinen USA-Roadtrip quer durch die Westküste?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.